Staffel 1: Episode 13: PISTENROWDIES
Drehbuch: Peter Probst


Ratet mal, worum es in dieser Episode geht. Na? Tja, leider macht der Pistenrowdies-Plot den kleinsten Teil der Folge aus, aber "Lissy macht sich zum Arsch und verschwindet" wäre wahrscheinlich auch kein sonderlich guter Titel gewesen.

Es ist immer noch Winter, und wir befinden uns im Skigebiet oberhalb von Wildbach (das durch geschickte Kameraführung übrigens viel größer und alpiner wirkt, als es eigentlich ist). Conny und Bernd sind - privat - skifahrerisch unterwegs, als sie auf eine bereits gesicherte Unfallstelle treffen. Conny untersucht den Verletzten extrem oberflächlich und verzieht sich, um bessere Hilfe zu holen. Bernd hockt unterdessen beim Verletzten und befragt dessen Begleiter, eine offenbar gemischt deutsch-dänische Gruppe. Wie sich herausstellt, wurde der Arme von zwei Pistenrowdies zusammengefahren, von denen einer einen Bürstenschnitt hatte - mehr ist aus den Dänen nicht rauszuholen.

Unterdessen in der Leitstelle: ein seltener Fall von Kontinuität. Erni hat Emmeran soeben die in der letzten Episode gekaufte Wüstenrose geschenkt, die Emmeran zwar interessiert, aber auch skeptisch annimmt. "Gips", ist sein vorherrschender Kommentar, was aber für Wüstenrosen wohl auch recht zutreffend ist. Zu Emmerans Erleichterung unterbricht Connys Notfallmeldung das Gespräch. Emmeran verbietet Conny, Bernd den Akja fahren zu lassen (das wäre dann das erste Mal, dass Conny sich was verbieten lassen würde...!), weswegen er Martin anpiepsen muss.

Das Problem dabei: Bei Martin piepst es eh schon. Und zwar nicht nur im Kopf, sondern auch in den Lautsprechern in seiner Proto-GPS-Erfinder-Werkstatt. Daher dauert es eine Weile, bis er auf seinen Piepser reagiert. Aber was soll's.

Emmeran verständigt unterdessen den Hofer. Erni gibt sich beeindruckt ob Emmerans Belastbarkeit unter Stress.

An der Talstation erklärt der Hofer nach 5-sekündiger Untersuchung, dass der Verletzte hyperventiliert hat und deswegen ins Krankenbhaus muss. Was? Egal. Conny will noch einen Jagatee trinken, aber Martin hat einen wichtigen Termin.

Leitstelle: Emmeran und Erni untersuchen die Wüstenrose. Emmeran bezeichnet Erni als "außerdienstlichen Vorfall" und schmeoißt sie mehr oder weniger raus. Erni geht, Emmeran bekreuzigt sich, und dieser Plot wird nie wieder aufgenommen werden. Ist aber auch nicht schade drum, ehrlich gesagt.

Kramerhof. Martins Proto-GPS funktioniert nicht so ganz so, wie Martin sich das wünscht. Denke ich. Keine Ahnung. Die Szene ist etwas ambiguös. Mitten im Test taucht Martins wichtiger Termin auf, ein ehemaliger Nachbar, der inzwischen Martins Bankberater ist - und der ihm sagen muss, dass seine ganzen Geräte einfach viel zu viel Geld kosten und die Bank ihm kein Geld mehr leihen mag, weil es ja nun doch überaus fragwürdig ist, ob Martins Gerät jemals zur Marktreife gelangt. Martin besteht darauf, dass er an seine Erfindung glaubt - seine potenziellen Abnehmer aber vielleicht grade auch nicht so sonderlich. Weil er auch Christl nicht um eine Bürgschaft bitten will, bleibt nur eine Möglichkeit: eine Hypothek auf den Kramerhof aufnehmen. Da muss sogar Martin schlucken; darum vertagt man sich bis zum nächsten Tag. (Mal ehrlich: Was soll Martin denn machen? Er hat keinen Job und Hunderttausende Mark Schulden. Augen zu und durch, mehr ist eigentlich nicht mehr drin.)

Fremdenverkehrsamt. Aus unerfindlichen Gründen ist eine lange Szene mit Lissy, Christl und Sepp von außen durch eine arg spiegelnde Scheibe gefilmt worden, so dass man wenig versteht und noch weniger sehen kann. Macht aber nix, denn dann kommen Christl und Lissy zu uns ins Freie und unterhalten sich weiter: Christl will in Zukunft Veranstaltungen und Kongresse in Wildbach durchführen ("zu Umweltthemen zum Beispiel") und hofft dafür auf Lissys Unterstützung. Lissy nimmt das als Hinweis darauf, dass Christl den Böglerhof tatsächlich verkaufen will, muss aber zurückrudern, als Christl auf ihre Andeutungen nicht anspringen. Großartige Leistung, Lissy.

Martin trifft in München im Augustiner-Keller auf "den Max", der offenbar sein Kontakt beim potenziellen GPS-Gerät-Abnehmer ist (der auch schon seinen Lawinenrettungsballon vermarktet haben und somit ein verdammt großes Produktsortiment haben müssen). Aber auch Max ist wenig hilfreich: Er will Martin ein tolles Mittagessen spendieren, aber keinen Vorschuss für sein Gerät geben. Martin, in seinem unerbittlichen Stolz, beschließt, sich ohne fremde Unterstützung durchzuschlagen - gerade, als das Essen kommt.

In Wildbach bittet Bernd ausgerechnet Conny und die Bergwacht, ihm bei der Suche nach den Pistenrowdies auszuhelfen, weil er unterbesetzt ist. Lissy stößt dazu, und Bernd bemüht sich, diese Aushilfskonstruktion möglichst vertraulich zu halten (aus gutem Grund, würde ich sagen), aber Conny plappert, um Lissy zu beeindrucken. Bernd bereut schon jetzt sichtlich, um Hilfe gebeten zu haben.

In München erklärt der Internatsdirektor Christl ausführlich, dass Flori die Kurve gekriegt hat und wieder auf der rechten Bahn ist. Sie kann ihre Münchner Wohnung aufgeben und sich wieder ganz Wildbach widmen. Christl freut sich, und Flori freut sich in einem Mini-Auftritt auch.

Kramerhof. Lissy telefoniert mit Herrn Baumann - Peter! -, dem Kerl, der Christl schon letzte Folge den Böglerhof abkaufen wollte. Sie sagt ihm, dass sie glaubt, Christl werde verkaufen und verabredet sich mit ihm! Lissy gedenkt also, Conny zu betrügen und verrät Christl. Soso. Da kommt Martin herein und verwickelt sie in ein Gespräch darüber, dass er eine Hypothek auf den Kramerhof aufnehmen will. Lissy ist momentan geschockt, erinnert sich dann aber daran, dass sie ja eh den meisten Teil ihrer Jugend in Australien verbracht hat und deswegen nicht so die ganz dolle Bindung zum Kramerhof hat. Dann lügt sie Martin an, sie werde den Abend mit Christl in der Disco verbringen, was wohl so ziemlich die dümmste Lüge ist, die sie sich ausdenken konnte, und verschwindet.

Christls München-Wohnung. Sie sagt Herrn Baumann ab, weil der Böglerhof ein Teil ihrer Geschichte ist und sie ihn nicht einfach so loslassen kann. Herr Baumann ist enttäuscht, aber vor allem genervt von Christls Emotionalität. Wurscht, in der Bar wartet Lissy auf ihn, und die wird ihn schon trösten. Oder? Der Flip-Flop-Mentatlität, die Lissy in dieser Episode an den Tag legt, entsprechend, hat sie Conny gegenüber ein schlechtes Gewissen dabei, eine "kleine Affäre" (so Baumann) zu haben.

Am Telefon teilt Christl Martin ihre Entscheidung mit, wobei erwartungsgemäß sofort Lissys Lüge auffliegt. Martin ist ein bisschen irritiert, aber nicht weiter beunruhigt. (Hauptsache, er darf Lissys Elternhaus beleihen, schätze ich!)

Lissy steigt schließlich in ihr Auto - wenn auch erst nach einem Kuss - und fährt von dannen.

Piste. Tanja wird von einer Pistenraupe verfolgt und stellt sich dabei ziemlich blöd an.

Tankstelle. Bernd bittet Alois um seine Mithilfe - wenn kurzhaarige Touristen auftauchen, soll er die Polizei benachrichtigen. Tolle Fahndungsmethoden, sind das. Da stürzt Erni heraus und erklärt, das Liftstüberl habe angerufen, dass Tanja beim Skifahren etwas passiert sei. Bernd und Alois machen sich sofort auf den Weg.

Liftstüberl. Tanja ist völlig hysterisch, aber Alois beißt in den sauren Apfel und tröstet sie. Als sie wieder einigermaßen kohärent redet, stellt sich heraus: Zwei Pistenraupen haben sie verfolgt, einer von den Fahren war ein "Glatzkopf" oder hatte einen "Bürstenschnitt". Ah-ha! Bernd will sich beim Pistenservice umhören.

Sehr merkwürdige Szene auf dem Kramerhof: Der Hofer lässt sich von Martin Reisetipps für Australien geben, weil der nämlich zu einem Ärztkongress nach Melbourne fliegt (ja klar!). Das merkwürdige daran: Die Szene scheint allein dazu zu dienen, Helen (hier noch "Helene") einzuführen, die ja erst deutlich später auftauchen wird. Jedenfalls: Helen(e) hat eine Pension in Melbourne, und Martin hatte während einer Ehekrise vor vielen Jahren mal eine kurze Affäre mit ihr. Dann kommt Reinhard-der-Banker dazu, das Männergespräch endet, und Martin verkündet ihm seinen Beschluss, die Hypothek aufzunehmen.

Beim Pistenservice (der schlauerweise mitten im Ort angesiedelt zu sein scheint): Alois regt sich tierisch auf, weil er den Übeltätern, die Tanja bedroht haben, möglicht viele Schmerzen zufügen möchte. Außerdem: Der Direktor erklärt ihnen, dass er zwei möglicherweise fragwürdige Ortsfremde angestellt habe, die als Täter in Frage kommen, und sie am Morgen angewiesen habe, Pistenbegrenzungen zu richten. (Das klingt für mich nicht nach einem Job für zwei Erwachsene für einen ganzen Tag, aber okay.) Alois ist kaum zu bremsen, was auch Bernd am Ende einsehen muss.

In Tourismusbüro bekommt Lissy ein Telegramm von Herrn Baumann ("Versuche vergeblich, dich zu vergessen. Rückflug ist verschoben.), verfällt in Ekstase, schließt das Büro ab und eilt davon.

An der Seilbahnstation versucht Bernd noch einmal, Conny und Alois zu zügeln, aber es ist fragwürdig, wieviel Erfolg er damit hat. Sepp lässt ihn wissen, dass die Bergwacht "eben ihre eigenen Gesetze" habe. (Sehr beruhigend, Sepp!).

Irgendwo auf freiem Feld begeistert sich Christl beim Spaziergang mit Martin für die Wildbacher Luft und Landschaft, als wäre sie das erste Mal da. Außerdem: Sie hat einen Geschäftsführer eingestellt, damit sie sich ganz ihren neuen Projekten widmen kann. Und: Sie tröstet Martin wegen der Geschichte mit der Hypothek. Liebe Autoren? Wir haben das mit der Hypothek jetzt verstanden!

Kramerhof. Lissy packt. Lissy heult. Lissys Haare sind zerzaust. Lissy liest sich den Brief vor, den sie selbst gerade an Martin geschrieben hat. Weil Lissy fünfzehn ist und es nicht hinkriegt, Martin und Conny persönlich oder zumindest telefonisch von ihrem plötzlichen Abschied zu unterrichten. Schnepfe. Dann nimmt sie ihren Koffer und verschwindet. Für immer. Hallelujah! Oder auch: Ding-dong, die Hex' ist weg, Hex' ist weg, Hex' ist weg...!

Auf der Piste will Alois nicht aufgeben. Conny hat den genialen Einfall, dass der "Stiftlkopf" (vulgo Glatzkopf) ja vielleicht unter einer Mütze stecken könnte und ihre Suchstrategie deshalb dumm sein könnte. Plötzlich sehen sie, wie jemand Pistenmarkierungen richtet und fallen über ihn her. Und Alois tut ihm weh. Dummerweise taucht in dem Moment sein Kompagnon auf, was die beiden so erschreckt, dass sie auch den ersten laufen lassen. (Und ganz nebenbei: Keiner von den beiden hat auch nur annähernd eine Glatze.) Am Ende der Piste passen Sepp und Bernd die beiden ab, aber - weil wir noch keine Actionsequenz in dieser Episode hatten -, kann einer von beiden fliehen, läuft in ein Tiefschneefeld, wohinein Bernd ihm folgt - und Alois und Conny kommen ihm auf Skiern zu Hilfe und stellen den Kerl. (Ich könnte mich jetzt darüber auslassen, dass sie zweite Hälfte dieser Sequenz ganz eindeutig viel höher am Berg spielt als die erste Hälfte, aber was soll's. Lissy ist weg, mich kann heute nichts mehr runterziehen!)

Christl und Martin spazieren immer noch. Martin hat eine kleine "Wer nicht wagt, der nicht gewinnt"-Rede, dann stehen sie vorm Kramerhof. Und dann kommen sie rein und finden Lissys Abschiedsbrief an der Pinnwand. Martin kann nicht recht glauben, dass sie weg ist, bleibt aber erstaunlich ruhig - er ist halt Kummer gewöhnt. Da erscheint auch Conny, unglaublich begeistert ob seiner erfolgreichen Verbrecherjagd, stürmt ins Haus und sucht nach Lissy. Christl und Martin werfen sich einen "Oje"-Blick zu - und das war's.

Keine Sorge, Conny - nächste Staffel: Alexa Wiegandt. Deutlich besser.