Staffel 1: Episode 12: GEHEIMNISSE
Drehbuch: Peter Probst



Im Tourismusbüro. Irgend ein Fotograf fotografiert irgend eine Schnepfe (ausnahmsweise mal nicht Jessica Stockmann), die nebenbei schnepfig davon berichtet, wie ihr irgend jemand durch die ganze Welt nachgestiegen ist - und dann stellt sich dieser Stalker auch noch als Erbe irgend einer Autofirma vor! Sowas! (Welche, weiß sie nicht mehr genau.) Zwei weitere Schnepfen stehen dabei und wollen auch fotografiert werden. Mit dieser Episode bewegen wir uns also in der Welt der Supermodels. In Wildbach. Whatever.

Der Fotograf - Herr Klein - beschwert sich über die Unpünktlichkeit des "Eingeborenen" (d. h. Conny), als der auch schon hereinschneit. Gemeinsam expositionieren sie: Klein war mit "seinen Mädchen" auf der Alpensüdseite zu einem Fotoshooting, aber da war zuwenig Schnee, darum ist er jetzt in Wildbach. Er braucht eine Location mit schönem Panorama und im Tiefschnee - aber Ski fahren kann das Schnepfentrio kaum. (Außerdem etablieren wir, dass Klein ein Schnösel ist, obwohl er entgegen den üblichen Wildbach-Charaktserisierung-Normen keinen Anzug trägt.) Gar kein Problem, sagt Conny, wie Conny das immer tut, und widmet sich den Schnepfen. Lissy leidet schweigend. Danke dafür, Lissy.

Martin sieht sich unterdessen auf dem Kramerhof irgendwelche Schaltkreise auf dem Computer an, aber was immer er vorhat - vermutlich die Umsetzung seiner Schnapsidee von letzter Woche! - scheint nicht so recht zu gelingen. Er gibt auf, und just in dem Moment ruft Conny ihn an. Das Timing! Martin gibt sein Go.

Irgendwo in Wildbach fährt Klein mit dem Auto davon, während Conny und die Schnepfen in Connys Auto einflirten... äh, einsteigen. Lissy sieht von drinnen zu, als ein Kunde hereinkommt und seinerseits mit ihr zu flirten beginnt. Lissy geht darauf nur halbherzig eingeht, wobei ich nicht weiß, ob aus Jessica Stockmann vielleicht nur nicht mehr rauszuholen war. Der Kunde (der einen Anzug trägt und sich dementsprechend verhält) will jedenfalls, dass Lissy ihm am Abend das Dorf zeigt, aber Lissy lehnt ab. Schnösel, der er ist, hinterlässt er ihr trotzdem seine Telefonnummer und das Versprechen, ihr sein Dunkles Geheimnis zu erzählen - den Grund, warum er ihn Wildbach ist. Ominöse Musik weist uns darauf hin, dass das kein guter Grund sein kann. Lissy guckt blöd. Klar.

Kramerhof. Martin telefoniert mit einem Lieferanten - er will ein "Magnavox" für 100.000 Mark kaufen. Es wird morgen geliefert. Wow, und ich war sauer, dass mein GPS-Handheld neulich noch 250 Euro gekostet hat. Wie sich die Zeiten ändern!

Tankstelle. Alois verschenkt Sprit an Kinder. Das Benzin ist für Emmerans Feuerzeug. Erni fragt sich, warum Emmeran nicht mehr selbst vorbei kommt, und unterstellt ihm in den schillerndsten Farben Vereinsamung und Depression. Ab jetzt wird sie sich um ihn kümmern! Alois ist nicht überzeugt von der Notwendigkeit.

Böglerhof. Christl blättert in einem Ferienprospekt von Oberbayern. Lissys Schnösel kommt herein: Herr Baumann. Wie sich innerhalb von Sekunden aufklärt, will er den Böglerhof für die Arcadia-Hotel-Gruppe kaufen. Das nennt man dann wohl Denouement! Herr Baumann schleimt noch ein bisschen herum, dass Christl sich nicht sofort entscheiden soll, und dass sie über das Verkehrsbüro erfahren kann, wo er zu finden ist, und (ich umschreibe) dass Lissy eine ganz tolle Frau und sicher leicht zu haben ist. Warum er ihr nicht sagt, wo er wohnt, ist mir unklar. Warum er nicht im Böglerhof wohnt, ist mir unklar. Christl sieht ihm verdutzt nach.

Okay, hier musste ich mehrmals zurückspulen. Am Anfang der nächsten Szene (im Keller vom Sportgeschäft) fragt Conny eine der Drei Schnepfen beim Anprobieren ihres Ski-Overalls: "Das B-Körbchen ist besser, gell? Spannt da noch was?" Seit wann unterscheidet man Ski-Overalls nach Körbchengrößen?!? Oh, Conny. So geht die Szene dann auch weiter: Conny drückt Schnepfe A Ski in die Hand, hilft Schnepfe B, in ihren Overall zu schlüpfen, drückt Schnepfe B Ski in die Hand. Schnepfe A köpft Schnepfe B (Emanuelle) beinahe mit ihren Skiern, Schnepfe B ist wenig begeistert vom Skifahren, denn "Sport ist Mord." Inge lacht sich darüber scheckig. Denn Inge ist dumm. Und der Herr Klein macht sich sofort wieder Sorgen um die körperliche Unversehrtheit seiner Mündel, was Conny abwiegelt.

Leitstelle. Emmeran hat sich etwas gekocht. Der arme Kerl muss wirklich öfter mal rauskommen. Aber zum Glück gibt es ja Erni. Die ihn erstmal von draußen beim Essen beobachtet - aber dann kommt sie herein. Erni macht es sich gemütlich, nimmt Suppe von Emmeran an. Der besteht darauf, dass die Leitstelle ein ganz besonderer Ort ist und Erni bloß nichts anfassen darf, und hier erst recht nichts Privates vor sich gehen kann. Emmeran? Entspann dich. Zu seinem Glück klingelt das Telefon und er muss den Günther zum Schneiderlift schicken.

Und genau dahin begibt sich Günther dann auch. Unterdessen bringt Conny seinen Schützlingen den Pflugbogen bei. Sie bleiben stehen, treffen kurz und bedeutungslos auf Günther, dann erklärt Conny ihnen den Unterschied zwischen Berg- und Talski. Weil sie dumm sind. Dümmer als Inge sogar. Wozu man beim Pflugbogen den Unterschied zwischen Berg- und Talski braucht, erschließt sich mich nicht. Die Schnepfen wollen aber trotzdem das neu gelernte sofort umsetzen (bis auf die brummige Emanuelle), und so fahren sie weiter.

München, Christls Zweitwohnung. Als sie zur Tür hereinkommt, kommt ihr ein leicht bekleideter Jüngling entgegen, der freundlich grüßt. Kaum hat sie sich davon erholt, begrüßt sie auch schon der Flori - in blonder Zöpfchenperücke und grünem, gepunktetem Dirndl. Wie sich herausstellt, hat Flori eine Neubearbeitung der Geierwally geschrieben, die hier geprobt wird, und Flori spielt die Titelrolle. Christl verzieht sich, und der jugendliche Regisseur des Stücks sagt, lustigerweise ohne jeglichen Ausdruck: "Mehr Audruck, bitte." Im oberen Stock lässt sie uns wissen, dass es um "viereinhalb Millionen" Mark geht, und dass sie dann nie mehr arbeiten müsste. Sie ruft Lissy an, die Christl mitteilt, Baumann sei im Arabella-Hotel in München zu erreichen, während Martin im Hintergrund flucht.

Lissy sorgt sich um Martin - sie will vermutlich wissen, was ihr Vater da eigentlich mit ihrem Erbe macht. Aber Martin will so lange nichts sagen, bis er auf dem "richtigen Weg" ist. Lissy lacht und herzt und sonnt. Martin brütet und leidet und halblächelt. Diese Szene bereitet mir physische Schmerzen. Also weiter im Text.

Tanja! In der Disco. Alois, Conny und Günther tanzen mit den Schnepfen. Tanja sieht vergleichsweise gelassen zu. Wie üblich, ist der Körperkontakt bei Conny etwas ausgeprägter, und natürlich nutzt Lissy genau diesen Moment, mit dem Herrn Baumann (der seinen Anzug gegen einen to-tal relaxten Norwegerpulli getauscht hat) aufzutauchen. Conny fühlt sich total ertappt, Lissy ist lediglich überheblich. Baumann reißt die Unterhaltung gleich an sich und quetscht Conny über sein Sportgeschäft aus. Lustig ist, dass eine der Schnepfen während der ganzen Unterhaltung versucht, ihn aus dem Konzept zu bringen, was Conny gar nicht passt. Baumann entschuldigt sich und sieht sich in der Disco um, was Conny Gelegenheit gibt, Lissy über ihn auszufragen. "Ministerium", lügt Lissy. Baumann kommt zurück, und die beiden ziehen von dannen, aber nicht bevor Conny nicht noch ein wenig expositioniert, dass Lissy morgen ihr neues Auto abholt und er sie begleiten möchte. Er will sie küssen, aber Lissy gönnt ihm nur die Wange, bevor sie von dannen zieht. Conny sieht ihr traurig hinterher.

Der nächste Morgen bricht an über Wildbach, und die Musik verkündet eine komödiantische Szene. Irgendwie. Alois, in der Tankstelle, hat’s eigentlich eilig, aber Erni hält ihn auf, weil sie sich so um Emmeran sorgt. Der würde neuerdings "Unsinn erzählen". Neuerdings, Erni? Und einsam wäre er. Wahre Worte. Aber Alois bezweifelt das und erklärt sich selbst, den "letzten normalen Menschen auf dieser Welt" zum einsam Leidenden. Whatever.

Am Lift. Conny bezweifelt, dass Schnepfe C noch auftaucht, aber A und B verteidigen sie. Trotzdem findet Conny das alles sehr langwierig, und dirigiert die beiden sehr kompliziert zu ihrer Location, während Conny weiterhin auf C und Alois warten will. Die Chancen, dass die beiden die Stelle finden, ist minimal, aber das merken weder Conny noch A oder B. Schließlich taucht Alois auf und hat sofort seine Bedenken, was die Orientierung von A und B angeht.

Martin fährt nach München.

Herr Bauer stattet Christl in ihrer Münchner Wohnung einen Besuch ab. Christl weist sehr bestimmt darauf hin, dass sie "grundsätzlich kein Interesse" habe, ihr Hotel zu verkaufen, sich die Gelegenheit nun aber mal "durch den Kopf gehen lassen" will. Was denn nun, Christl?

Martin läft unterdessen mit Hilfe eines Praktikanten der Herstellerfirma, der als etwas (sehr) zurückgeblieben porträtiert wird, das frisch erstandene Magnavox (das etwa die Größe eines Schreibtisches hat) in seinen Wagen und weist dabei reichlich überheblich den Ratschlag des Praktis von sich, das Auto mit dem 100.000-Mark-Gerät nicht unbeaufsichtigt stehen zu lassen. Zweimal schon sei nämlich in Kunden-Autos eingebrochen worden, sagt der Prakti. Martin ist das wurscht.

Bauer belatschert Christl: Wie toll doch finanzielle Unabhängigkeit ist, wie blöd doch das Arbeiten an sich ist, welche Träume sie sich mit dem Geld alle erfüllen könnte... Da taucht - natürlich - Martin auf und vertreibt Herrn Bauer. Ich weiß nicht, was schlimmer ist. Aus dem Fenster sieht Martin plötzlich jemanden an seinem Auto herumfummeln, aber erst als Christl einen Spaziergang vorschlägt, entscheidet Martin ob der längeren Abwesenheit, die 100.000-Mark-Geräte in ihrer Wohnung zu deponieren.

Unterdessen zeigt sich in Wildbach, dass Schnepfe A und B einen "ausgetretenen Fußweg" (so Connys Wegbeschreibung) nicht vom tief verschneiten Unterholz unterscheiden können. Und Conny, Alois, und Schnepfe C (Nadja) stehen ratlos seit drei Stunden (!) am Treffpunkt herum, während der Günther die Piste abfährt, auf der man sie finden könnte. Klein macht Conny Vorwürfe, Conny druckst herum. Alois, der heute wirklich nicht der Dümmste ist, schlägt vor, Connys Wegbeschreibung noch einmal abzusuchen, was auch mir sinnvoller erscheinen würde, als die Piste abzufahren, wenn wir A und B nicht schon durchs Unterholz hätten stapfen sehen.

Der Spaziergang in München: Christl ist dem Verkauf nicht mehr sonderlich abgeneigt. Martin zweifelt daran, dass das eine gute Idee ist. "Es ist, als müsste ich ein Kind verkaufen", sagt Christl. Aber, hey, warum nicht? Martin rät ihr, sich Zeit zu lassen mit der Entscheidung. Martin ist sooo weise.

Conny und Alois auf der Suche. Conny ist der Meinung, diese eine Alm hätten die Schnepfen doch nicht übersehen können. Alois fragt sich, ob "Alm" überhaupt ein hochdeutsches Wort ist. (Ist es, Alois. Aber womöglich kein schnepfendeutsches.) Jedenfalls schnauzt er Conny nicht ganz ungerechtfertigt an, wie blöd der gewesen wäre, was das für Folgen haben könnte, wenn den zwei Schnepfen was passiert - für Connys Geschäft, für die Bergwacht, für Lissy. (Für die erfrorenen Schnepfen...) Conny beschuldigt Alois des Defätismus und meint nur, Lissy sei bestimmt eh schon sauer auf ihn, weil er ihr nicht beim Auto-Abholen hilft. Prioritäten haben die...!

Autohaus in München. Lissy steigt in ihr nagelneues Auto. Dann steht sie in einer Telefonzelle und spricht mit Inge, weil Conny noch nicht da ist. Entschuldigung - läuft es nicht normalerweise so, dass man in einem Auto zum Händler fährt und dann in zwei Autos zurück? Wieso fehlt ihr Conny erst jetzt, wo sie eh schon in München ist? Wie auch immer - als nächstes ruft sie Herrn Baumann an und verabflirtet sich mit ihm zum Sushi. Dabei erwischt sie - Zufall über Zufall - die Erni, die gerade aus der U-Bahn kommt. Sie hat nämlich eine Sandrose für den Emmeran gekauft. Sie hijackt Lissi auf einen Kaffee. Soll sie.

Die Schnepfen stapfen durch den Tiefschnee. Wie ein Godzilla-Film, nur mit besseren Monstern.

Conny ist drauf und dran, einen offiziellen Einsatz anzufordern, aber er schämt sich noch. Alois kann ihn aber umstimmen. Also funkt Conny den Emmeran an... und in dem Moment sieht Alois die Schnepfen im Schnee. Sie laufen hin, herzen sich, und Conny und Alois vertragen sich. Bei allem Sarkasmus muss ich eins mal sagen: Szenen mit Conny und Alois sind immer cool. Diese beiden sind einfach gut zusammen.

In München: Erni will, dass Lissi die Sache mit der Sandrose für sich behält, und bekommt mit, wie Lissi den Herrn Baumann ein wenig zu herzlich begrüßt. Aber: Sie "kann schweigen wie ein Grab". Ja klar.

In Christls Wohnung erklärt Martin Christl die Funktionsweise von GPS. Martins Innovation wird sein: Es so handlich zu machen, dass es jeder Bergsteiger mitnehmen kann. Wow, die Serie ist schon alt! Außerdem soll es mit einem Vocoder, einem Walkie-Talkie und einem Pulsmesser verbunden werden, damit auch ein bewusstloser Bergsteiger noch Notrufe absetzen kann. Ich frage mich, warum sich sowas nicht durchgesetzt hat...!? Christl ist jedenfalls begeistert und will Martin sogar Geld leihen, aber das will Martin nicht.

Arabella-Hotel München. Christl und Baumann sitzen auf dem Parkplatz. Er hat sich in sie verliebt, sie ist gefühlsmäßig verwirrt.

Christls Wohnung: Flori ist spät dran und wird von Christl ermahnt. Martin hört amüsiert zu und beruhigt Christl dann, was ihre Erziehung angeht. Martin selbst ist mit seinem Erfolg bei Lissy sehr zufrieden, sagt er, auch wenn irgendwas Komisches mit ihr vorgeht. Aber schließlich habe Conny sie in letzter Zeit auch arg vernachlässigt. "Und das darf man nicht bei einer schönen Frau", sagt Christl. Meinetwegen.